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DVD   

Kategorie Drama, Komödie
Darsteller Steffi Kühnert, Gabriela Maria Schmeide, Thorsten Merten, Axel Prahl, Julia Ziesche
Peter Hartwig, Peter Schmidt, Susanne Hopf, Sabine Greunig, Jörg Hauschild, Janina Bukowski, Andreas Dresen, Michael Hammon, Peter Rommel
Format DVD
Ländercode 2
Laufzeit 106 Minuten
Sprache Deutsch, Deutsch (Untertitel für Hörgeschädigte)
Untertitel Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch
Bildformat Dolby, PAL, Surround Sound
Freigabe ab 12 Jahren
Medien 1
Zustand Gebraucht in Top-Zustand
EAN 5050582091182

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Artikelbeschreibung

Als Andreas Dresens Halbe Treppe auf der Berlinale 2002 uraufgeführt wurde, feierten ihn die meisten Kritiker als Sensation. Ein kleiner, mit digitaler Kamera gedrehter und fast vollständig improvisierter Film wurde zum Hoffnungsträger eines anderen deutschen Kinos hochstilisiert. Und wo man auch hinhörte, wurden Dresens Realismus, die Authentizität der Geschichte und die Lebensnähe der vier Hauptdarsteller gerühmt. Blickt man nun mit etwas Abstand auf den Film und den ganzen Trubel um ihn zurück, scheint sich einiges zu relativieren. Was aber auf jeden Fall bleibt, ist ein ungewöhnliches und damit zumindest grundsätzlich interessantes Experiment.

Auf den ersten Blick scheint diese beiden Ehepaare aus Frankfurt an der Oder kaum etwas zu verbinden. Ellen (Steffi Kühnert) und Uwe Kukowski (Axel Prahl) leben mit ihren beiden Kindern und einem Wellensittich in einer typischen ostdeutschen Plattenbausiedlung. Sie verkauft Parfüm in einem großen Kaufhaus, und er steht von frühmorgens bis spätabends an der Theke seiner Imbissbude Halbe Treppe. Katrin (Gabriele Maria Schmeide), eine Angestellte einer Speditionsfirma, und Chris Düring (Thorsten Merten), der Morgenmoderator eines privaten Radiosenders, bewegen sich eigentlich in etwas anderen Kreisen als die Kukowskis, und so überrascht die recht enge Freundschaft der beiden Paare zunächst. Aber letztlich sind diese etwas irritierenden Unterschiede zwischen ihnen nur oberflächlich. Alle vier sind sie Gefangene ihres Alltags und ihrer Verpflichtungen, und keiner von ihnen ist auch nur ansatzweise glücklich. Natürlich steht auch das kleine Glück, das Chris und Ellen finden, als sie sich beinahe zufällig ineinander verlieben, von Anfang an unter einem ganz schlechten Stern.

Das Hauptaugenmerk des Films gilt dem Alltag und Berufsleben seiner vier Protagonisten. Schon lange hat kein deutscher Kinofilm mehr beides so akribisch und so aussagekräftig dargestellt. Zumindest in dieser Hinsicht ist Dresens Methode ideal. Es gab kein festes Drehbuch, nur ein paar grundlegende Vorgaben bezüglich der Figuren, sodass die Darsteller die Geschichte selbst Schritt für Schritt, Szene für Szene entwickeln konnten. Die daraus erwachsene Freiheit spiegelt sich in einem bemerkenswerten Gespür für das Gewöhnliche, für all die Dinge, die sonst im Kino untergehen oder einfach übersehen werden.

Auf der anderen, klassischeren Ebene der Erzählung erweist sich Dresens Idee des "demokratischen Filmemachens" allerdings als wahrer Fluch. So lebensnah sich Halbe Treppe in seiner Schilderung all der Zwänge präsentiert, die unser Leben von Tag zu Tag bestimmen und manchmal sogar aufzufressen scheinen, so klischeehaft wirken die dramatischen Konflikte, die sich aus der Affäre von Ellen und Chris ergeben. Natürlich braucht auch ein Film wie dieser das emotionale Drama und den Kampf, der mit ihm einhergeht. Nur verlassen sich Dresens Darsteller hier zu sehr auf das, was sie schon auf der Bühne oder in anderen Filmen gespielt haben. Letztlich wirkt die ganze Situation nur noch konstruiert, zumal Dresens Methode der gemeinsamen Autorenschaft den Schauspielern vielleicht schon zu viel Raum für eigene Ticks und Obsessionen lässt. --Sascha Westphal

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